

Auf der Etappe von Fjerritslev nach Løgstør begegnest du vielen kulturhistorischen Spuren. Unterwegs kommst du in Husby Hole an Grabhügeln vorbei, und falls du in Aggersund einen Abstecher machst, kommst du zur Burg Aggersborg, einer Ringburg aus der Wikingerzeit. Von ihren höchsten Punkten hast du eine schöne Aussicht auf den Limfjord. Falls du Lust auf noch mehr Wanderkilometer und noch einen Abstecher hast, sind die Heiden von Himmerland („De Himmerlandske Heder”) zu empfehlen.
Fjerritslev-Løgstør
Die Ringburg Aggersborg
Ganz im Nordwesten von Himmerland, direkt beim Aggersund, liegt die Ringburg Aggersborg. Aggersborg ist die größte und älteste der fünf dänischen Ringburgen. Im Jahr 2023 wurden alle fünf Ringburgen – Aggersborg, Fyrkat, Nonnebakken, Trelleborg und Borgring – in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.
Aggersborg muss ein beeindruckender Anblick gewesen sein, besonders von der Fjordseite aus. Eine gewaltige Konstruktion mit einem Wall und einer mit Holz verkleideten Palisade, die in den späten 970er-Jahren von Harald Blauzahn errichtet wurde. Die Burg bestand aus einem 9 Meter breiten und ca. 4 Meter hohen, kreisförmigen Wall mit 4 Toren, die nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet waren. Der Innendurchmesser der Burg betrug 240 Meter. Zwei mit Holzplanken befestigte Straßen verbanden die Tore und kreuzten sich rechtwinklig im Zentrum der Anlage.
In Hanglage an einer der schmalsten Stellen des Limfjords errichtet, ragte Aggersborg markant und imposant in der Landschaft auf. Innerhalb des Walls standen insgesamt 48 Langhäuser. Aggersborg war mehr als doppelt so groß wie die vier anderen Ringburgen, was auf ihre strategische Lage an der wichtigsten Verkehrsader jener Zeit, dem Limfjord, zurückzuführen ist. Ihre Lage machte die Burg zu einem Knotenpunkt für Handel und Verkehr, von dem aus Osten, Westen, Norden und Süden kontrolliert werden konnten.
Vor dem Bau der Burg existierte hier bereits vor dem 8. Jahrhundert ein lebhafter Handelsplatz mit einem bedeutenden Herrensitz. Nachdem die Ringburg aufgegeben wurde, wurde ein königliches Gut errichtet. Heute bildet der denkmalgeschützte Herrensitz Aggersborggård den letzten Teil der langen Geschichte von Aggersborg. Aggersborg und Westhimmerland sind mit der Geschichte der Machtstrukturen der Wikingerzeit verbunden. Archäologische Funde vor Ort belegen die enge Verbindung der Gegend zur Königsmacht und den Handelsreichtum, der mit dem Limfjord verbunden war.
Wenn du Aggersborg besuchst, kannst du dir leicht vorstellen, welch beeindruckende Kulisse die Burg in der Wikingerzeit war. Im Juli werden täglich Führungen angeboten, bei denen Museumsführer vom Vesthimmerlands Museum die Geschichte des Ortes erzählen. Möchtest du Aggersborg noch lebendiger erleben, kannst du im Spätsommer das Wikinger-Handwerkertreffen im August besuchen und das Handwerk der Wikingerzeit näher kennenlernen. Das ganze Jahr über kannst du Aggersborg mit der App „Aggersborg“ auf eigene Faust erkunden und durch ein „digitales Fenster” die Vergangenheit besuchen.
Aggersborg Kirke, Thorupvej 13, 9670 Løgstør
Der Frederik VII-Kanal und die Drehbrücke
In Løgstør liegt nur wenige Meter vom Fjord entfernt etwas Erstaunliches – der Frederik-VII.-Kanal. Jahrhundertelang war die niedrige Wassertiefe von Løgstør Grunde ein Problem für die Schifffahrt im Limfjord. Das westliche Ende des Limfjords war von etwa 1100 bis 1825 durch Land verschlossen, und Schiffe aus dem westlichen Teil des Limfjords mussten daher an Løgstør vorbeifahren, um aus dem Fjord herauszukommen. Schließlich entschied man sich, einen Kanal um die Untiefen herum zu graben, weil das Hindernis zu störend geworden war.
1861 wurde der Frederik-VII.-Kanal eröffnet. Der 4,4 Kilometer lange, ca. 25 Meter breite und 3 Meter tiefe Kanal war für die Schiffe, die nun problemlos an Løgstør vorbeifahren konnten, eine Erlösung. Mehrere hundert Schiffe passierten jährlich den Kanal. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren es fast 3.000 pro Jahr. Nach dem Bau einer Fahrrinne durch Løgstør Grunde wurde der Kanal 1913 für den Schiffsverkehr geschlossen. Aus kulturhistorischen Gründen entschied man sich, ihn zu erhalten, und 1958 wurde er unter Denkmalschutz gestellt.
Wenn du am Kanal bist, solltest du dir nicht Dänemarks älteste noch funktionstüchtige Drehbrücke entgehen lassen, die immer noch leicht von einer einzigen Person gedreht werden kann, sowie das Kanalwärterhaus, das jetzt das Limfjordsmuseum beherbergt. Die etwa 25 Tonnen schwere Drehbrücke wurde zusammen mit dem Kanal eingeweiht und ist nach mehreren Restaurierungen voll funktionsfähig.
Das Wohnhaus wurde 1863 unmittelbar nach dem Bau des Kanals errichtet. Im Haus wohnten der Leiter des Kanals, der Kanalwärter, und der Brückeninspektor mit ihren Familien. Ursprünglich gab es im Haus zum Fjord hin einen Pferdestall für die Pferde, die die Schiffe durch den Kanal zogen. Nach der Schließung des Kanals wurden die Häuser als Wohnungen für die Angestellten des Wasserbauwesens genutzt, bis das Limfjordsmuseum zwischen 1964 und 1969 einzog. Heute ist das Haus ein lebendiges Museum, das von der Rolle des Kanals bei der Entwicklung von Løgstør erzählt.
Im Juli und August kannst du die spannende Geschichte des Frederik-VII.-Kanals auf geführten Bootstouren durch den Kanal hören und gleichzeitig sehen, wie die Drehbrücke gedreht wird.
Kanalvejen 40, 9670 Løgstør
Wie kannst du mit öffentlichen Verkehrsmitteln an- und wieder abreisen?
Für die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln kannst du „Rejseplanen” und die App „Hærvejen” nutzen. Um zum Startpunkt der Etappe zu gelangen, musst du in „Rejseplanen” als Ziel „Fjerritslev Busterminal (Jammerbugt Kommune)” eingeben. Wenn du dort angekommen bist, kannst du die App „Hærvejen“ nutzen, um den Weg zum Hærvejen zu finden.
Nützliche Links
Reiseplan: www.rejseplanen.dk
Stempel für deinen Hærvejs-Pass
Auf dieser Etappe kannst du deinen Hærvejs-Pass bei der Kirche von Løgstør abstempeln.









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